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Überladung mit Wohnmobil oder Wohnwagen: Bußgelder in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden

Kein Land gewährt eine Toleranz bei der zulässigen Gesamtmasse, aber jedes berechnet das Bußgeld anders. Was Überladung in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden kostet, mit Rechenbeispiel, und wie Sie sie vor der Abfahrt vermeiden.

VonCampernest
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Kurz gesagt

Eine Toleranz bei Überladung gibt es weder in Deutschland noch in Frankreich oder den Niederlanden. In Deutschland richtet sich das Bußgeld nach dem Prozentsatz: bei einem Wohnmobil bis 7,5 t von 10 € (über 5 %) bis 235 € und einem Punkt (über 30 %), bei Gespannen mit Anhänger über 2 t schon ab 5 % 80 € und ein Punkt. In Frankreich kostet jede angefangene 500 kg Überladung bei einem Fahrzeug bis 3,5 t 135 €, ab 5 % droht die Stilllegung. In den Niederlanden kostet ein Pkw oder Wohnwagen mit mehr als 10 % Überladung 190 €, bis zu 550 €.

  1. Wohnmobil über 20 % (DE): 95 € + 1 Punkt
  2. Frankreich, bis 3,5 t: 135 € / 500 kg
  3. Niederlande, über 10 %: 190 €

Keine Toleranz, in keinem der drei Länder

Ob in Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden: Die Grenze ist die zulässige Gesamtmasse aus Feld F.2 der Zulassungsbescheinigung, beim Gespann zusätzlich die Anhängelast und die zulässige Achslast. Eine gesetzliche Toleranz gibt es nirgends. Unterschiedlich ist nur, wie das Bußgeld berechnet wird: Deutschland und die Niederlande rechnen in Prozent der zulässigen Masse, Frankreich in Kilogramm.

Woher die zusätzlichen Kilos kommen (Masse in fahrbereitem Zustand, Sonderausstattung, Wasser, Mitfahrer), erklärt unser Ratgeber Gewichte im Fahrzeugschein lesen. Hier geht es darum, was eine Überladung kostet, je nachdem, wo Sie kontrolliert werden.

Deutschland: Prozent-Tabelle und Punkte in Flensburg

Der Bußgeldkatalog (Nr. 198 für den Fahrer, Nr. 199 für den Halter) staffelt nach Prozent. Für ein Wohnmobil oder einen Campervan bis 7,5 t ohne Anhänger gilt:

Deutschland: Bußgeld für den Fahrer, Kraftfahrzeug bis 7,5 t (Bußgeldkatalog, Tabelle 3 b)
Überladungüber 5 %über 10 %über 15 %über 20 %über 25 %über 30 %
Bußgeld10 €30 €35 €95 € + 1 Punkt140 € + 1 Punkt235 € + 1 Punkt

Strenger ist der Katalog für Kraftfahrzeuge mit Anhängern, deren zulässiges Gesamtgewicht 2 t übersteigt, also etwa einen großen Doppelachs-Wohnwagen: 30 € ab 2 % Überladung, 80 € und ein Punkt über 5 %, dann 110 €, 140 €, 190 €, 285 € und bis zu 380 € über 30 %.

Auch die Stützlast hat einen eigenen Tatbestand (Nr. 217): 60 € und ein Punkt, wenn die zulässige Stützlast um mehr als 50 % über- oder unterschritten wird. Ein vorne zu leichter Wohnwagen kann also ebenfalls teuer werden.

Frankreich: 135 € je angefangene 500 kg

Artikel R312-2 des französischen Code de la route sieht eine Ordnungswidrigkeit der 4. Klasse vor, 135 € Pauschalbuße, und zwar mehrfach:

  • je angefangene 500 kg bei einem Fahrzeug oder Anhänger bis 3,5 t: Wohnmobil, Campervan, Pkw oder Wohnwagen. 600 kg zu viel auf einem 3,5-Tonner sind zwei Stufen, also 270 €;
  • je angefangene Tonne über 3,5 t, was auch das zulässige Gesamtgewicht eines Gespanns aus Pkw und Wohnwagen betrifft;
  • je angefangene 300 kg bei einer überladenen Achse, auch wenn das Gesamtgewicht stimmt.

Ab 5 % Überladung darf die Polizei das Fahrzeug außerdem stilllegen, bis es entladen ist. Das ist keine Toleranz: Das Bußgeld gilt ab dem ersten Kilo.

Niederlande: 190 € ab 10 %

Der Bußgeldkatalog der niederländischen Staatsanwaltschaft (OM) nennt dieselben Beträge für den Pkw und für den Anhänger über 750 kg, also den Wohnwagen:

Niederlande: Bußgeld für einen überladenen Pkw oder Wohnwagen (OM-Katalog 2026, zuzüglich 9 € Verwaltungskosten)
Überladungüber 10 %über 25 %über 50 %über 75 %
Bußgeld190 €280 €420 €550 € oder Strafanzeige

Unter 10 % sieht der Katalog kein Bußgeld vor. Erlaubt ist die Überladung damit nicht: Das Fahrzeug bleibt zu schwer, mit längerem Bremsweg und mehr Last auf den Reifen.

Beispiel: derselbe Wohnwagen, drei Kontrollen

Ein Doppelachs-Wohnwagen mit 2.200 kg zulässiger Gesamtmasse, beladen für drei Wochen Urlaub: Fahrräder, Vorzelt, Vorräte, Wasser im Tank. Auf der Waage zeigt er 2.550 kg, also 350 kg und 16 % zu viel.

50100150200Deutschland+ 1 Punkt140 €Frankreich1 Stufe à 500 kg135 €Niederlandeinkl. Kosten190 € + 9 €
Bußgeld für den Fahrer bei einem Wohnwagen mit 2.200 kg zulässiger Gesamtmasse und 2.550 kg auf der Waage (16 % Überladung), wenn nur das Gewicht des Wohnwagens überschritten ist. Stand: 1. November 2026.

Mit weiteren 400 kg, also 750 kg und 34 % zu viel, wird es teuer: 380 € und ein Punkt in Deutschland, 270 € in Frankreich (zwei Stufen), 280 € in den Niederlanden. In Frankreich kann der Wohnwagen zudem stillgelegt werden, bis er leichter ist.

So vermeiden Sie Überladung vor der Abfahrt

  • Einmal voll beladen wiegen, mit Mitfahrern und vollem Tank, auf einer Brückenwaage, zum Beispiel beim Landhandel, im Kieswerk oder am Wertstoffhof. Rufen Sie vorher an: Nicht jede Waage wiegt für Privatleute. Danach Achse für Achse wiegen.
  • Mit fast leerem Frischwassertank fahren: 100 Liter Wasser sind 100 kg. Füllen Sie erst am Ziel auf.
  • Richtig verteilen: Schweres über die Achse und nach unten. Beim Wohnmobil belasten Motorradträger und volle Heckgarage zuerst die Hinterachse. Beim Wohnwagen stellen Sie die Stützlast mit unserem Rechner ein: Stützlast berechnen.
  • Reserve vor dem Kauf prüfen, bevor Fahrradträger, Markise oder Zusatzbatterie dazukommen: Der Rechner Zuladung des Wohnmobils zeigt, was noch geht.
  • Auflastung? Manche Hersteller bieten dasselbe Modell mit höherer zulässiger Gesamtmasse an, mit neuer Eintragung. Über 3.500 kg brauchen Sie dann die Führerscheinklasse C1.

Häufige Fragen

Gibt es eine Toleranz bei Überladung des Wohnmobils?

Nein. Weder Deutschland noch Frankreich oder die Niederlande gewähren eine Toleranz auf die zulässige Gesamtmasse. Der deutsche Bußgeldkatalog beginnt bei einem Wohnmobil erst über 5 %, verboten ist die Überladung aber ab dem ersten Kilo.

Was kostet Überladung mit dem Wohnmobil in Deutschland?

Bei einem Wohnmobil bis 7,5 t: 10 € über 5 %, 30 € über 10 %, 35 € über 15 %, dann 95 €, 140 € und 235 € mit je einem Punkt über 20, 25 und 30 %.

Was kostet Überladung mit dem Wohnwagen?

In Deutschland gilt für Gespanne mit einem Anhänger über 2 t zulässiger Gesamtmasse ein strengerer Katalog: 30 € ab 2 %, 80 € und ein Punkt über 5 %, bis 380 € über 30 %. In Frankreich kostet jede angefangene 500 kg 135 €, in den Niederlanden über 10 % 190 €.

Wird eine falsche Stützlast bestraft?

Ja: 60 € und ein Punkt, wenn die zulässige Stützlast um mehr als 50 % über- oder unterschritten wird (Bußgeldkatalog Nr. 217).

Was kostet Überladung in Frankreich?

135 € je angefangene 500 kg bei einem Fahrzeug oder Anhänger bis 3,5 t, 135 € je angefangene 300 kg bei einer überladenen Achse (Artikel R312-2 des Code de la route). Ab 5 % Überladung kann das Fahrzeug stillgelegt werden.

Wie erfahre ich, ob mein Wohnmobil überladen ist?

Wiegen Sie es reisefertig beladen, mit Mitfahrern, auf einer Brückenwaage, danach Achse für Achse. Vergleichen Sie die Summe mit Feld F.2 der Zulassungsbescheinigung und jede Achse mit dem Typenschild.

Unsere kostenlosen Rechner zum Thema

Quellen (5)

  1. Bußgeldkatalog-Verordnung, Anlage, Nr. 198, 199 und 217 sowie Tabelle 3 – Bundesministerium der Justiz
  2. Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 13 (Punkte) – Bundesministerium der Justiz
  3. Code de la route, Artikel R312-2 (zulässige Gewichte und Strafen) – Légifrance
  4. Code de procédure pénale, Artikel R49 (Pauschalbuße 4. Klasse) – Légifrance
  5. Feitenboekje 2026, Codes P 171 und P 173 – Openbaar Ministerie

Quellen geprüft zum Datum der letzten Aktualisierung. Vorschriften können sich ändern: Prüfen Sie den amtlichen Text vor der Abfahrt.